Avodah Zarah 124

Kapitel 124

א העלה לי פירות הללו לירושלים לחלק אבל אומר לו העלם לאוכלם ולשתותם בירושלים ונותנין זה לזה מתנה של חנם
1 führe mir diese Früchte nach Jerušalem gegen einen Anteil, wohl aber darf man zu ihm sagen: führe mir diese Früchte nach Jerušalem, und wir werden sie da zusammen essen und trinken; sie gewähren einander ein Geschenk.
ב ורבא אמר לעולם דקדוש בקדושת שביעית ודקא קשיא לך פועל פועל דלא נפיש אגריה לא קנסוהו רבנן חמרין דנפיש אגרייהו קנסו רבנן בהו ומתני' חומרא דיין נסך שאני:
2 Raba erwiderte: Tatsächlich sind sie gleich den Siebentjahrsfrüchten heilig, wenn du aber von der Lehre vom Arbeiter einwendest, [so ist zu erwidern,] den Arbeiter, der keinen großen Lohn erhält, haben die Rabbanan nicht gemaßregelt, die Eseltreiber aber, die einen großen Lohn erhalten, haben die Rabbanan gemaßregelt; und auch in unserer Mišna ist dies eine Erschwerung, weil es beim Libationswein strenger ist.
ג איבעיא להו שכרו לסתם יינן מהו מי אמרי' כיון דאיסורא חמור כדיין נסך שכרו נמי אסור או דלמא הואיל וטומאתו קיל אף שכרו נמי קיל
3 Sie fragten: Wie ist es, wenn er ihn zur Arbeit bei gewöhnlichem Weine gemietet hat? Ist, da das Verbot desselben ebenso streng ist wie das des Libationsweines, auch bei diesem der Lohn verboten, oder aber ist es, da es bei diesem hinsichtlich der Unreinheit leichter ist, auch hinsichtlich des Lohnes leichter? –
ד תא שמע דההוא גברא דאגר ארביה לסתם יינן יהבו ליה חיטי באגרא אתא לקמיה דרב חסדא א"ל זיל קלינהו וקברינהו בקברי
4 Komm und höre: Einst vermietete jemand sein Schiff für [den Transport] ihres gewöhnlichen Weines, und sie gaben ihm Weizen als Lohnzahlung. Als er hierauf zu R. Ḥisda kam, sprach dieser zu ihm: Geh, verbrenne und vergrabe ihn auf dem Begräbnisplatze. –
ה ולימא ליה בדרינהו אתו בהו לידי תקלה וליקלינהו וליבדרינהו דלמא מזבלי בהו
5 Sollte er ihm doch gesagt haben, daß er ihn fortschütte!? – Man könnte dadurch zu einem Verstoße kommen!? – Man konnte ihn doch verbrennen und fortschütten!? – Man könnte ihn dann als Dung verwenden. –
ו ולקברינהו בעינייהו מי לא תנן אחד אבן שנסקל בה ואחד עץ שנתלה עליו ואחד סייף שנהרג בו ואחד סודר שנחנק בו כולם נקברים עמו
6 Man konnte ihn doch in seiner natürlichen Beschaffenheit vergraben, es wird ja auch gelehrt, sowohl der Stein, mit dem er gesteinigt wurde, als auch der Galgen, an dem er aufgehängt wurde, als auch das Schwert, mit dem er enthauptet wurde, als auch das Sudarium, mit dem er erdrosselt wurde, sie alle werden mit ihm zusammen begraben!? –
ז התם דקא קברי בבי דינא מוכחא מילתא דהרוגי בית דין נינהו הכא לא מוכחא מילתא אימר אינש גנב ואייתי קברא הכא
7 Da, wo sie durch das Gericht vergraben werden, ist es ersichtlich, daß sie zum Hingerichteten gehören, hierbei aber ist dies nicht ersichtlich, und man könnte glauben, jemand habe ihn gestohlen, hier hergebracht und vergraben.
ח דבי רבי ינאי יזפי פירי שביעית מעניים ופרעו להו בשמינית אתו אמרו ליה לרבי יוחנן אמר להו יאות הן עבדין
8 Die Leute des R. Jannaj liehen von Armen Früchte des Siebentjahres und gaben ihnen im folgenden Jahre andere zurück. Als man dies R. Joḥanan erzählte, sagte er: Sie tun dies mit Recht,
ט וכנגדן באתנן מותר דתניא נתן לה ולא בא עליה בא עליה ולא נתן לה אתננה מותר
9 entsprechend ist es bei der Hurengabe ebenfalls erlaubt. Es wird nämlich gelehrt: Hat er ihr gegeben und ihr nicht beigewohnt, oder hat er ihr beigewohnt und ihr nicht gegeben, so ist die Hurengabe erlaubt.
י נתן לה ולא בא עליה פשיטא כיון דלא בא עליה מתנה בעלמא הוא דיהיב לה ותו בא עליה ולא נתן לה הא לא יהיב לה ולא מידי וכיון דלא נתן לה מאי אתננה מותר
10 Wenn er ihr gegeben und ihr nicht beigewohnt hat, ist es ja selbstverständlich, wenn er ihr nicht beigewohnt hat, hat er ihr ja nichts weiter als ein Geschenk gegeben!? Ferner: hat er ihr beigewohnt und ihr nichts gegeben; er hat ihr ja nichts gegeben, und wenn er ihr nichts gegeben hat, welche Hurengabe sollte da erlaubt sein!?
יא אלא הכי קאמר נתן לה ואחר כך בא עליה או בא עליה ואחר כך נתן לה אתננה מותר
11 Vielmehr meint er es wie folgt: hat er ihr zuerst gegeben und ihr nachher beigewohnt, oder hat er ihr zuerst beigewohnt und ihr nachher gegeben, so ist die Hurengabe erlaubt. –
יב נתן לה ואחר כך בא עליה לכי בא עליה
12 Wenn er ihr zuerst gegeben und ihr nachher beigewohnt hat, so sollte doch, sobald er ihr nachher beigewohnt hat,